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Sonstige Dienstleistungen

Deutsche Autoreparatur
Frau F. ist italienischer Herkunft und sucht im Februar 2005 eine Autowerkstatt auf, um ihr Auto, das sich dort in Reparatur befand, abzuholen.
Hinsichtlich der verabredeten Kulanz kam es zu Widersprüchen. So wandte sich Frau F. an den Geschäftsführer der Werkstatt, um ihm die Sachlage darzulegen. Mitten im Kundengespräch sagte er zu ihr: "Junge Frau, wir sind Ihnen doch schon mit 120 Euro entgegengekommen." Als Frau F. dem Geschäftsführer daraufhin mitteilte, dass sie mit seiner Begrifffswahl "Junge Frau" ein Problem habe, erwiderte er: "Wenn Sie nicht bereit sind, unsere Bräuche zu akzeptieren, sollten Sie in Ihrem Herkunftsland bleiben" und verließ den Raum.
(Quelle: AntiDiskriminierungsBüro (ADB) Köln, Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V.)


"Tut mir leid, an Ausländer vermieten wir nichts“

Die Firma XY ist in der brandenburgischen Stadt A. die einzige weit und breit, die professionelle Baumaschinen verleiht. Dort wollte Herr B. einen Winkelschleifer mieten. Seine Ausweispapiere wurden verlangt: Er legte seinen us-amerikanischen Pass und eine gültige Aufenthaltsbescheinigung vor. „Chefsache“ befand der Angestellte – der Chef höchstpersönlich studierte die Papiere und befand: „Tut mir leid, aber an Ausländer vermieten wir nicht.“ B. ist aufgebracht: Seit sechs Jahren ist er Kunde der Firma – und jetzt das.

Er wendet sich an die Antidiskriminierungsstelle, deren Briefe an die Firma XY zwecks Klärung der Angelegenheit bleiben unbeantwortet.

Die Firma beschwert sich jedoch über das Verhalten der Antidiskriminierungsstelle bei einem Landtagsabgeordneten. Dieser wiederum schreibt an die Antidiskriminierungsstelle und vertritt die Meinung: „[…] Glücklicherweise ist es deutschen Unternehmen freigestellt, ob und mit wem sie Verträge schließen. […]“.

Aus dem Antwortbrief der Ausländerbeauftragten: „[…] Die rechtliche Beurteilung obliegt dem Ordnungsamt. Zu fragen ist in diesem Zusammenhang vielmehr ob nicht gerade der Wirtschaft eine besondere Vorbild- und Signalfunktion gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit zukommt. Angesichts der Tatsache, dass nach Aussage des Wirtschaftsministeriums im Land Brandenburg mehrere 10.000 Arbeitsplätze von der internationalen Einbindung abhängen und rund 250 ausländische Unternehmen direkt unternehmerisch im Land tätig sind, haben viele Vertreter und Vertreterinnen der brandenburgischen Wirtschaft in der letzten Zeit diesbezüglich klare Position bezogen […]“.

(Quelle: "Annäherungen. Bericht der Ausländerbeauftragten des Landes Brandenburg 2006, S.105 - Download hier)